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R.I.P.

November 13, 2011
by Druffalo
EMI
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You’ve got Starlings in your eyes!

November 11, 2011
by Druffalo
Birds, Nature, Starlings, Tourism
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Think aesthetics, think art, think virtuosity! Or do like we do. Think: wow!

Murmuration from Sophie Windsor Clive on Vimeo.

Gloria Gaynor Beste

November 08, 2011
by Druffalo
Gloria Gaynor, glory
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376368 291437950877209 137128522974820 994650 792659071 n Gloria Gaynor Beste

The D*ruffalo Artwatch

November 07, 2011
by Druffalo
Berlin, Bethanien, Let The Rhythm Hit 'Em
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Foto0191 768x1024 The D*ruffalo Artwatch

Modernism has never fulfilled its potential. Ha Ha. Next.

Foto0199 1024x768 The D*ruffalo Artwatch

Roland Emmerich reference. Next.

Foto0200 1024x768 The D*ruffalo Artwatch

Roland Emmerich reference crossed with Steven Lisberger reference. Next.

Foto0205 1024x768 The D*ruffalo Artwatch

Terre Thaemlitz reference. Next.

IMAG0247 1024x613 The D*ruffalo Artwatch

The D*ruffi Room, referencing Tommy Roe. Respect! Next.

IMAG0253 613x1024 The D*ruffalo Artwatch

Druffmix reference, but badly researched. Next.

IMAG0256 613x1024 The D*ruffalo Artwatch

“Look, I’ve seen that one at Kater Holzig with the bar crew. They called it Laos Pad or something.” “What does it do?” “Don’t know, but it would look great over the bed, don’t you think?” “Yes!” Next.

IMAG0257 613x1024 The D*ruffalo Artwatch

Installation, painstakingly detailed and knowledgeably executed, showing a school’s ladies room in 1985. Next.

IMAG0258 1024x613 The D*ruffalo Artwatch

Portrait of Mink de Ville as a young artist. Next.

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Poor fella. Next.

IMAG0260 613x1024 The D*ruffalo Artwatch

The bar. At last.

You can be heroes

November 02, 2011
by Druffalo
Chris Sullivan, Graham Smith, We Can Be Heroes
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This book is way overdue. Make it happen!

R.I.P.

October 29, 2011
by Druffalo
Jimmy Savile, R.I.P.
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MA-DERNISM: A NEW DECADE

October 29, 2011
by Druffalo
Akshun Stöpsel Schmidt, Gerd Janson, Groover Klein, Hans Nieswandt, Heidelberg, Kristian Beyer, Ludwigshafen, Mannheim, Milk, Techno im Delta
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Eine oral history der ersten zehn Jahre Techno im Rhein-Neckar-Delta

1991 9 Holistic Heaven Kopie MA DERNISM: A NEW DECADE

Seit Jürgen Teipels „Verschwende Deine Jugend“ (aus dem die Überschrift des ersten Kapitels stammt) lag es auf der Hand, etwas zumindest Ähnliches zu Techno und House in den Neunzigern zu verfassen. Schon die Geschichten aus dem Rhein-Neckar-Delta könnten locker ein ganzes Buch füllen. Nachfolgend wird nur die Spitze des Eisberges beleuchtet. Alleine die nicht enden wollende Zahl an individualistischen Individuen (der „ältere“ Boris Becker, anyone?), die diese Region in diesem Kontext hervorgebracht hat, würde für vergnügliche Lektüre auch nördlich von Viernheim und südlich von Speyer sorgen.

1991 – die Geburtsstunde von Techno in Deutschland, wie das Naturereignis JL aus Frankfurt meint. Man könnte auch sagen, es war 1986, als auf dem Label ZYX eine Single eines blechernen und in seiner weltgewandt-provinziellen Stumpfheit großartigen Acts namens OFF erschien. Ab dem Zeitpunkt, in dem diese Platte auf den 1210ern lag, zogen sich Risse durch das Monument der Diskodiskos,  des  stone washed Dorf-Rock’N’Rolls und der allgemeinen Traurigkeit der innerhalb weniger Jahre ausgepowerten New Wave Zirkel.

Geburt war vorher. Aber: 1991 – Das war nicht nur das Jahr, in dem „Punk broke“ (gemeint war Grunge in den USA, siehe die gleichnamige Doku von Dave Markey aus dem Jahr 1992), sondern auch das Jahr, in dem Techno seinen Durchbruch hatte, jedenfalls in Deutschland.

Die Protagonisten von damals sind in ihren Enddreißigern/Mittvierzigern. Sich bis zur Halbzeit des bisherigen Lebens zu erinnern, ist keine leichte Aufgabe. Andere als unsere handverlesenen Zeitzeugen wären möglicherweise versucht, zu übertreiben, um dem Moment einigermaßen gerecht zu werden, der in einer Beschreibung 20 Jahre später sich niemals so mehr beschreiben ließe. Auch dass viele Namen, die diese Jahre entscheidend geprägt haben, sich nachfolgend nicht oder nicht ausreichend gewürdigt finden, ist dem Format und der angesprochenen Subjektivität geschuldet. Wenn sich das notwendige Interesse und die Zeit findet, wird dieser Text zu gegebener Zeit entsprechend ausgebaut und erweitert werden.

Zurück zum Thema. Der Aufbruch in die Neunziger. Ein Jahrzehntbeginn mit geopolitischen Paukenschlägen. Die Neuordnung der Welt. Der Neubeginn der Zeit. Das Delta. Der Rhein. Der Neckar. Mannheim. Heidelberg. Ludwigshafen. Der Anfang. Das kreative Chaos…

Kapitel 1: Innenstadtfront: Vor 1991

Vor Techno war Rock, Indie und Wave, Psychobilly und Punk, Rap, Pop und Funk. Fußballjungs in Chevingnonjacken. „Tiffany“, „(Le) Jardin“ und „Hardrock“. FGTH und Depeche Mode Konzerte in der Eberthalle als Erweckungsereignisse. G.I. Disco, Oberstufenparties und Tanzschulen-Sonntage. Wayfarers, Doc Martens und Eichbaumdurst. Spaß im Quadrat. Dienstags ins „Genesis“, samstags aufs Konzert der Busters und sonntags nach Oppau in die „Hall“. Block Parties in HD, Schlangen vor dem „K.D.“.

Holger Klein:
Im Hardrock war ich zu der Blütezeit des Ladens praktisch nie. Als ich mich noch wirklich für New Wave oder Punk interessierte, war ich noch zu jung. Als ich etwas älter war, war eher so das Anorak-Indie-Pop-Kid. The Smiths und Style Council waren meine Welt. Ich ging eine Weile jede Woche in die Music Hall nach Oppau, wo mein damaliger Lieblings-DJ Hannes Kraus auflegte. Und eine Zeitlang habe ich, glaub ich, jede gottverdammte Indie-Pop-Band gesehen, die in Frankfurt in der Batschkapp bzw. dem Cooky’s gespielt haben. Auf dem Weg über Brit-Bands wie Style Council, Scritti Politti, Orange Juice oder die Blow Monkeys gelangte ich dann auch zu 80s Soul/Funk bzw. House. Ich kann mich noch an eine große Chicago-House-Nacht mit Farley Jackmaster Funk und so im Riff in Lampertheim erinnern, ca. 1987. War grottenschlecht. Wie es besser sein konnte, erlebte ich in London und später in Barcelona, wo uns drei Jungs aus Edinburgh 1988 auf eine Party schleppten, die Sol y Sombre hieß. Der DJ spielte fast nur die Instrumentals oder Dubs irgendwelcher Chicago-Maxis. Und es tanzte jeder, hunderte Leute, nonstop. War für mich eine Offenbarung.

Doch wieder zurück ins Delta. Dass so etwas mit etwas geringerer Exzessivität und im Vergleich zu Barcelona mit weniger Drogen auch bei uns möglich war, erlebte ich 1988 bei den Planet Bass-Sonntagen von Dirk Mantei [D-Man] im Normal. Fand ich ganz groß. So wie auch um 1990 rum die tollen Hot Lemonade-Sonntage im Ugal.

Ein DJ war ich damals aber noch lange nicht. Musikalisch war ich noch immer ein Indie-Pop-Kid, das Soul, Hip Hop, Funk, House, Latin Freestyle, Acid oder Elefantenhosen-Rave gleichermaßen liebte. DJ wurde ich dann mehr oder weniger zufällig. Es war nie eine echte Ambition von mir gewesen. Was mich daran reizte, war, dass ich als DJ meine Lieblingsmusik mit vielen Leuten teilen konnte. Eines Tages schlug mich Gregor Dietz [G.O.D.] als seinen Nachfolger für den Genesis-Dienstag vor.

Das Genesis war einst meine erste Disco gewesen, kann mich noch erinnern, wie früher die gespielten Bands auf eine Tafel geschrieben wurden – Siouxsie & The Banshees usw. Gregor selbst hatte nach all den Jahren die Nase voll und stürzte sich mit Begeisterung auf das neue Kapitel Ohm, das ehemalige Hardrock. Und plötzlich war ich DJ, das war im Februar 1989. Ich hatte es mit Alt-Wavern und Industrial-Fans zu tun, die von Gregor schon einem Gegenwartsmusik-Stresstest unterzogen worden waren. Allerdings war Industrial, EBM oder so alter New Wave-Kram nicht wirklich meine Welt. Stattdessen spielte ich lieber Morrissey, Mudhoney, die Happy Mondays, James, N.W.A., New Order, Stooges, Byrds, Stones Roses, Velvet Underground, Beastie Boys, The Jam, Pop Will Eat Itself, My Bloody Valentine und keine Ahnung was. So mancher Gast von einst ließ sich nicht mehr blicken. Stattdessen kam eben eine neue Generation von Indie-Kids. Ein paar von denen habe ich überreden können, mich an meinem Indie-Rave-Donnerstag im Milk! zu besuchen, den ich ab Herbst 1990 angetragen bekommen hatte. Loaded hieß der. Im Genesis blieb ich knapp zwei Jahre, irgendwann wurde mir es zuviel, jeden Dienstag und Donnerstag aufzulegen.

Bassface Sascha:
Da ich weder im Hardrock noch im Genesis damals war liegt mein persönlicher Focus in dieser Zeit eher auf anderen Clubs. Für mich war das “K.D” (der Klar und Deutlich-Musikkeller [in Worms]) der Club in den ich seit 1988 immer wieder gegangen bin. Zum einen weil das der Club war in dem neben Electronic Body Musik, Acid House, Hip Hop und Indie-Dance gespielt wurde und zum anderen weil der damalige DJ, Ralf Gotha versucht hatte all diese Musikstile in einen Mix zu packen. Das war dann auch mein erster Club, in dem ich angefangen habe aufzulegen. Für mich damals eine der besten Sound Systeme in der Umgebung. Zur gleichen Zeit gab es etwas weiter östlicher in Lampertheim das Riff, das mir persönlich aber zu schnöselig war.

 

Aber auch außerhalb der etablierten Gastronomielokalitäten wurden Parties veranstaltet.

Holger Klein:
1989/90 war die große Zeit der Off-Location-Partys in Mannheim. Musikalisch waren Gregor und Dirk die treibenden Kräfte. Es war die Zeit des englischen summer of love, der Bleeps und Clonks, von Soul II Soul usw. Offiziell waren die Partys, glaub ich, Kunstevents des Industrietempel e.V. Da wären vor allem die Strebelwerk-Partys zu nennen, aber auch auf dem Schildkröt-Gelände in Neckarau war was. Und Hot Lemonade gab’s ja auch in jenen Tagen. Als im September 1990 das Milk! eröffnete, hatte man in Mannheim tatsächlich schon das Gefühl, das was in der Luft liegt. Für Jungs wie ich, die von der Welt noch nicht allzu viel gesehen hatte, war das ein schon beeindruckend. Warehouse-Partys wie in England, und das in meiner Stadt! Ich denke, es ist nicht vermessen zu sagen, dass Mannheim damals deutlich weiter war, als viele andere Städte der Republik. Es war auch ein etwas anderer Vibe, als in Frankfurt, wobei ich da noch viele Parallelen sehe. Insgesamt finde ich, dass Mannheim trotz seiner Geschichte als US-Garnisonsstadt etwas britischer geprägt war, von der Musik und Partykultur her. Hamburg nahm man schon länger als Mekka wahr.

Berlin erschien 1988/89/90 musikalisch noch als eine absolut uninteressante Stadt. Das wurde erst besser, als nicht mehr nur vertrocknete Ex-Punks die Deutungshoheit über die Partyszene hatten. Als Techno dann wirklich explodiert war, fand ich den Tresor auch nicht so doll. Eine Offenbarung war für mich dafür Dubmission im Planet, wo Kid Paul und Paul van Dyk ja auch recht britisch geprägt waren. Mir ging dieser ganze punkige Ansatz so auf den Sack. Punk war doch verdammt noch mal tot.

Gerd Janson:
Vor 1993 – ich befand mich auf dem Höhepunkt der Postpubertätspubertät– fand Mannheim in meinem Leben nur als Einkaufsquadrat einen Platz. Allerdings kannte ich als aufmerksamer Leser des MEIER Magazins den ein oder anderen Club und das zugehörige Programm. The things that dreams are made of – ich war schließlich noch viel zu klein und quasi nur als Freudscher Tagträumer dabei.

Die Realität sah anders aus. Leicht verstört von meiner ersten „Tekkno-Party“ in einem Pfungstädter Wellenbad (es muss 1991 gewesen sein, da in Hessen all 14 Tage noch die samstäglichen Schulstunden stattfanden und ich am nächsten Morgen im Religionsunterricht saß), erhoffte ich mir von einer echten Warehouse-Party – sie hieß Outface, obwohl Gesichtsentgleisungen trotz Kurpfalz-Potential eher selten waren – in der Mannheimer Industriestrasse schon mehr. Aber abgesehen von einer mir nicht weiter wahrgenommenen Vorstellungen eines bundesweit bekannten DJ Tanith und dem Equipment-zerstörerischen Live-Act einer Formation namens Komakino (The Who gone totally wrong), blieb mir nur im Gedächtnis, dass Boarding und Sabotage (beides lokale „Clubwearmarken“ und schrecklich schick) zur Uniform des Mannheimer Clubkids von Welt gehörten.

Bassface Sascha:
Die inoffiziellen Strebelwerk Partys waren dann wohl das undergroundigste, was Mannheim je erleben durfte. Gleichzeitig für mich auch das großartigste. Man hörte Warp Bleeps und Clonks genauso wie englische Indie-Dance Tracks und Acid House Scheiben. Meistens haben Dirk (D-Man) und Gregor (G.O.D.) aufgelegt. Ab und zu Holger “Groover“ Klein und ich, oder auch Sebastian [Dresel], soweit ich mich erinnern kann.

Die Müllberg Partys gab’s irgendwie auch noch, ich glaube ich habe auf zwei davon aufgelegt.

Kapitel 2: Und G.O.D. sprach, es werde Licht!

“Techno” wurde von keinem anderen so verkörpert, wie von Gregor Dietz. Unter seinem Pseudonym G.O.D. war er der Aktivposten der hiesigen Szene, ob als DJ, Produzent, Popstar, Club-Impressario, Plattenverkäufer (WOM, Dubtools) und Radiomacher, er war überall und sein Enthusiasmus inspirierte ganze Generationen von Epigonen.

Er war im wahrsten Sinne des Wortes Techno und diverse Presseartikel (als die Rheinpfalz am Sonntag noch Sonntag Aktuell hieß) machten ihn auch außerhalb der „Szene“ bekannt. In einem Mannheimer Jazzclub konnte sich einst die mittelalte Betreiberin den erfreuten Kommentar zu seiner Anwesenheit nicht verkneifen: „Doo de Teggno is ah doo.“

Sein Fortzug nach Berlin war ein herber Verlust für die Region, aber in Nichts zu vergleichen mit seinem viel zu frühen Tod im Jahr 2005.

Bassface Sascha:
Den Gregor hab ich, im WOM [WOM (World of Music), eine Medienwarenhauskette, die seinerzeit eine Dependance im Stadtgarten Mannheim hatte]. kennengelernt.

Das WOM. war in den 90er Jahren neben dem Record-Express in der Karstadt Passage das Mekka der D.J.s und Vinyl Sammler in und um Mannheim. Ich hab dort regelmäßig Platten gekauft. Gregor wusste immer genau, was man braucht, will und haben sollte. Er hatte guten Kontakt zu Vertrieben, Plattenlabels und kam dadurch immer an die aktuellsten Scheiben, teilweise auch Raritäten und limitierte Pressungen. In den Jahren darauf habe ich mit ihm immer mehr auch DJ-mäßig zu tun gehabt KD, Milk!, Strebelwerkparties und durch Studio-Produktionen.

Gerd Janson:
Strebelwerke kannte ich nur vom Hörensagen und Gregor nur vom Sehen im WOM, mit dessen Besuchen mir eine einseitig bespielte Model 500 Promo von „Ocean To Ocean“ auf Kool Kat erstehen konnte, den auf dem Label angekündigen zweiten Track suche ich auf der Platte bis heute. War aber wohl als Sozialisations- und Musikjagdgrund für die DJs vor Ort unverzichtbar.

Holger Klein:
Als ich hörte, dass in Mannheim ein WOM eröffnen sollte, habe ich mich Anfang 1987 als studentische Aushilfe beworben. Und ich bekam den Job! Das war eine ganz große Zeit in einem Plattenladen, der wirklich in allen Bereichen Spezialistenrepertoire zu bieten hatte. Jeder Abteilung war von Nerds betreut. Ich war erst für die Indieabteilung zuständig, später durfte ich auch in der Disco-Abteilung aushelfen und einkaufen, was mir sehr entgegen kam. Im WOM lernte ich dann recht bald Gregor kennen, erst als Kunden, zwei Jahre später, ab 1989 als Kollegen und Freund. So kam es auch, dass er mir den DJ-Job im Genesis verschaffte. Dort lernte ich auch Dirk Mantei kennen.

Das WOM war der tagtägliche Hangout in jener Zeit und der Platz, wo die ersten Flyer zirkulierten. Bei Gregor sah ich, was DJing wirklich sein konnte. Zum einen, was das Mixing anging. Zum anderen aber verstand es Gregor wie kein anderer, die verschiedensten Genres zusammenzubringen. Er hatte keine Schere im Kopf, er war immer durstig nach Neuem. Ein „geht nicht, passt nicht“ gab es bei ihm nicht. Wo andere DJs, nicht nur in der Region, auf Nummer sicher gingen und eben das spielten, was andere spielten, war es Gregor, der die Hits machte und sich auch an Sachen rantraute, die andere niemals angefasst hätten. Er war nie einer dieser langweiligen und vorhersehbaren Genre-DJs. Und er war sich auch nicht zu schade, die Hits zu spielen, die seine Leute wollten. Gregor war auch zu jedem nett und freundlich, egal wie stumpf er gerade angelabert wurde. Als DJ hat mich ganz sicher keiner so geprägt wie er. Auch ich hasste es immer, wenn ich irgendwo auflegen musste, wo man Musikstil-Fesseln angelegt bekam. Das nervte mich dann sehr schnell im XS. Nur Breakbeat, ich langweilte mich zu Tode, hatte ich doch gerade die tollsten neuen Platten der Welt erstanden, die ich in diesem Kontext nicht mehr alle spielen konnte. Booooooooooooooring! Das war wie die DJ-Frührente. Diese Haltung verband mich, glaube ich, mit Gregor.

Torsten Schmidt:
Gregor nahm ich eher aus der Ferne als Stempel auf Whitelabels bzw als Buchstabenrätsel qua Belgien bzw. als (wort-)gewaltige Erscheinung in Frankfurter Plattenläden wahr. Aber ja, sicher eines der versatilsten Talente jener Jahre.

Kapitel 3: Strobo Happyness: Das Milk!

Kein Techno-Club repräsentiert Mannheim so sehr wie das „Milk!“. Der legendäre Laden in den Quadraten, der die Mannheimer Schule begründete morphte aus der Schicki-Spiegeldisko im Jahre 1990 in einen Ort, der später zum Anziehungspunkt für Busladungen voll Trillerpfeifenraver aus einem Umkreis von 250 km wurde.

Holger Klein:
Der Dirk Mantei war in meinen Augen damals der große Clubvisionär. Er hat die Dinge einfach angepackt. Ob es im Normal Planet Bass war oder später Hot Lemonade, das Milk! sowieso und als das seinen Zenit erreicht hatte, war es eben Psychokitsch im Normal. Dirk ist der beste Partyimpresario und Clubmacher der Region gewesen und ist daher aus guten Grund noch heute am Start. Ein super DJ ist Dirk obendrein. Dirk war immer ein rastloser Typ, der sich stets auf etwas Neues gestürzt hat und das Alte schnell beiseite gelegt hat. Das imponierte mir. Das ging bei ihm zuweilen ruckzuck.

Es begann mit einer verwaisten Diskothek auf den Mannheimer Planken.

Dirk Mantei:
Der Laden war längst geschlossen. Den Besitzern, Blank & Radosevic, ging es einzig und allein darum, ihn zu verkaufen. Doch so lange der Club geschlossen war, war er quasi unverkäuflich. Der Blank ging in den WOM und fragte Gregor, ob er nicht jemanden wüsste, der den Schuppen wieder auf Vordermann bringen kann. Gregor stellte mich dann dem Blank vor und ich bekam einfach die Schlüssel in die Hand gedrückt. Einen Vertrag oder so etwas gab es nie. Offiziell gab’s mich im Milk daher nie. So zirka alle vier Wochen kam der Blank dann vorbei und machte mich zur Sau.

Nachdem ich auf Ibiza und in Bologna war, wusste ich genau, [welche Anlage] ich wollte. Ich hatte Kontakt zu einer Firma aus dem Odenwald, JM Audio. Die haben die Anlage dann meinen Vorstellungen entsprechend zusammengestellt. Vom Besitzer gab es dafür allerdings kein Geld. Bezahlt habe ich die 20.000 Mark mit freundlicher Unterstützung meiner Eltern.

Holger Klein:
Als im September 1990 das Milk! eröffnete, fiel das in eine Zeit, in der die Dinge in Bewegung schienen. Das Grand Opening war auch wirklich grand. Jeder war da. Und mit Dirk, Gregor und Josef waren auch gute DJs am Start. Wenig später durfte ich an meinem Donnerstagabend ein bisschen mit meinen Lieblingsplatten spielen. Erfolgreich war der Abend aber nicht. So wie auch die Euphorie der ersten Wochen schnell verflog. Als Anfang 1991 aus dem Frankfurter Omen langsam aus einem Dr. Alban-Dauerschleifen-Laden ein Techno-Club wurde, war keine Sau mehr im Milk! Gregor ließ es irgendwann auch bleiben, verbiegen wollte er sich nicht. Er war mit Techno schlicht zu früh dran für Mannheim.

Im Sommer 1991 schlug dann meine große Stunde. Ich bekam den Samstagabend, Publikum hatte ich zunächst aber keines, wenn man von den Dorian Gray-Gängern absieht, die sich vor der Fahrt zur Sonntagmorgensfrühschicht im Milk! trafen. War aber trotzdem nett. Das Milk! war unser Wohnzimmer. Und Platten auf dieser tollen Anlage spielen zu dürfen, darauf freute ich mich jede Woche. Irgendwann, kamen wir auf die Idee, einzelne Samstage mit Flyern als Party zu promoten. Und es funktionierte. Damals fing es an, dass das 80er-Dekor des Ladens wegdekoriert wurde. Das einstige Restaurant wurde zum Chillout-Raum. Und regelmäßig war die Hütte voll. Was dann kam mit den Breakbeats ist längst Legende, kann man überall nachlesen.

Diese frühe Zeit 1991/92 war die beste Zeit des Milk! Es war die Zeit, als wir noch nicht den bundesweiten Ruf als Breakbeat-Schlümpfe hatten. Damals schien alles möglich und ich nutzte die Freiräume gnadenlos, Sascha, der dann 1992 als DJ dazu kam, ebenso. Die Frankfurt-Fraktion hab ich mit meinem Faible für Italo-House-Pianos zur Weißglut getrieben. Auf eine Joey Beltram-Platte konnte durchaus eine hysterische Italo-Scheibe von DJ Professor folgen. Ich liebte nichts mehr, als Erwartungshaltungen über den Haufen zu werfen. Und so begeisterte ich mich auch schon 1991 für den frühen Post-Bleep-Breakbeat-Sound von Satin Storm, Meat Beat Manifesto, Shades Of Rhythm, Nightmares on Wax oder Shut Up And Dance. Der Frankfurter Sound war mir, der ich nie was mit Electronic Body Music zu schaffen hatte, zu stumpf. Anfangs provozierte ich mit den Breakbeat-Tracks auch Anfeindungen, die ich stets in vollen Zügen genoss.

Dirk Mantei:
Das Milk stand für Techno und Rave. Sag ich mal.

Kristian Beyer:
Als ich das Milk das erste Mal betreten habe, war für mich von einem Moment zum anderen alles anders geworden. Zu der Zeit war ich total der Fan von den Pixies und Fugazi. Techno kannte ich nur aus den Erzählungen meines kleinen Bruders, der das Milk mit seinen Freunden schon viel früher entdeckt hatte. Die Energie, die in der Luft lag war beeindruckend, die Musik war unglaublich. Noch heute steht für mich der Track “Nude Photo” von Rhythm is Rhythm symbolisch für diesen Abend. Natürlich fand ich den Namen erst ein Jahr später heraus, wie so vieles ziemlich mythisch blieb in der ersten Zeit. Als sich Holger, Dirk und Sebastian aus dem Milk verabschiedeten, zogen wir weiter mit ihnen in die folgenden Clubs. Die Stilvielfalt, die die DJs im Milk! auszeichnete, war prägend für meine eigene Entwicklung und beeinflusst mich bis zum heutigen Tag.

 Danke D-Man, Groover Klein, DJ G.O.D. und Seebase für die schöne Zeit!

Holger Klein:
Aus dem gemeinsamen Abhängen entstand dann unbeabsichtigt das, was als Milk!-Posse zu einiger Berühmtheit kam. Es war erst ein recht überschaubarer Kreis, der sich in Dirks Geschäftsführer-Kompetenzen einmischte und sich mit Ideen einbrachte. Speziell Soley war es, die sich mit Ideen, Enthusiasmus und Initiative einbrachte. Ohne sie wäre das Milk! sicher niemals so groß geworden. Niemand konnte die Leute so begeistern wie sie.

Dirk ließ gerne gewähren. Aber wir waren für ihn auch oft genug pain in the ass. Aber Dirk war ein recht geduldigen Herbergsvater in jenen Tagen. Dass er die Verantwortung trug, darüber machte sich außer ihm niemand Gedanken. Wann immer der Laden geöffnet hatte, wir hingen dort ab. Und auch sonst verbrachte man die Zeit zusammen. Als irgendwann immer mehr Leute ins Milk! kamen, wurde dieser Kreis größer und größer. Irgendwann hatten wir eine Milk-Posse, die locker hundert Leute zählte, die uns DJs durch quer die Republik begleitete. Unangefochtene Herrscherin: Soley Susever.

Dirk Mantei:
Das Milk war ja gewissermaßen eine temporär autonome Zone. Das war einerseits toll. Doch war leider ich derjenige, der im Zweifel seinen Kopf hinhalten musste. Wenn dann irgendwas war, musste ich mir immer anhören: ‘Mach dich mal locker’. So einfach war das leider nicht.
Ich finde es großartig, was sich daraus entwickelt hatte. Das Milk war eine unvergleichliche Brutstätte.

Holger Klein:
Irrerweise blieb das Milk! ja an manchen Samstagen geschlossen. Da waren wir entweder gemeinsam auf der Love Parade, oder es standen Open Air-Partys unter der Sandhofener Autobahnbrücke, im Volksmund Sechserbau oder zum Beispiel dem Müllberg an.

Gerd Janson:
Das Milk! war ein Tollhaus, ein Panoptikum absurder Allianzen und Optiken. Die forsche Mischung aus britischer Ravekultur, Nachtmenschen, Planken-Proleten, Fußballhooligans, die ihren Summer of Love erlebten, und hoffnungsvoll bunt gekleideten Stüssy- und Fresh Jive-Anbetem mit Trillerpfeifen suchte ihresgleichen und ich habe sie seitdem so nie wieder in einem Club erlebt. Geschweige denn eine ähnliche musikalische Mischung. Die Doktoren Groover Klein und Bassface Sascha kontrollierten ein mächtiges Soundsystem und eine Bande willfähriger Apostel mit ihren Pressure Sounds zwischen belgischen Rave-Kanonen, Detroiter Techno sowie den zur Hausmarke gewordenen rasanten und urbritischen Breakbeats. Das Milk! war anders. Alle, die damit etwas zu tun hatten, empfanden einen eigenartigen Stolz. Man war Teil eines Geheimbundes oder eines exklusiven Vereins. Milk!-Posse nannte sich das damals, und auch wenn man nicht wirklich zum inneren Zirkel gehörte, fühlte man sich verwandt. Oder zumindest magnetisch angezogen. Soweit die Erinnerung. Aber wie die Geto Boys schon zu sagen pflegten: My mind is playing tricks on me.

YouTube Videos können die eigene Vergangenheit urplötzlich in seltsamem Licht erscheinen lassen. Aber diese wenig glamourösen Dokumente mal außen vor, gab es in und für Mannheim wohl keinen bedeutsameren Club. Ob als Brutstätte alemannischer Breakbeat und Drum’n’Bass Kultur oder einfach als Hedonisten-Hang-Out, selbst blasierte Frankfurter und lakonische Berliner wurden von der Wucht des Milk! aus den Socken gehauen.

Dirk Mantei:
Eines Tages stand einer mit einem Schwert im Laden und sagte, er sei König Artus. Oder dann gab es diesen Typen, der in einem Ölanzug steckend auf allen vieren ins Milk gekrabbelt kam. Auf die Frage, was das solle, antwortete er, dass das ein Selbstversuch sei. Er wolle sich 24 Stunden lag auf allen vieren bewegen. Oder dann hatten wir diesen Kampfsportfreund, der in der Passage ins Schaufenster gesprungen ist.

Torsten Schmidt:
Wenn ich tief in meine dunkle Seele blicke, war Mannheim in meinem Kosmos lange nur der Namensgeber eines ansonsten nicht näher erwähnenswerten Hauersammelbeckens unter Fussballvorwand, daneben Heimat der Adler und Nachbarstadt der Heimat jener religiös verehrten BASF-Tonbänder. Und laut meinem Biolehrer das Eingangstür zum“ Lannd, wo Milsch unn Honisch fliesse“, sprich, der Palz.

Und ja, dem Dialekt dieser durchaus kontaktfreudigen Wesen nach schien die Kurpfalz eher auch musikalisch das gelobtere Land zu sein.

Es gab mal so einen Schulausflug in der Oberstufe, kaum aus dem Bus draußen, sind mein Rollbrettfahrerkumpel und ich einfach zwei Passanten hintergestiefelt, die nach so einer Modlogik »Faces« aus einem bestimmten Umfeld waren, und gucke da, kurz darauf saßen sie alle in einem Keller mitten in der Fussgängerzone und spielten sich Platten vor. Erst später sollten wir das als Milk! Identifizieren. Aus jenen früheren Tagen blieben neben den diversen Mottoparties  für den Raverkarnevalisten (Tropenhelme!) vor allem der 18. Geburtstag in Erinnerung. Nach einer desaströsen eigenen Party mit Kid Paul in Trier, und der üblich stumpfen After-Hours im Omen, schiss ich auf Frankfurt und die Körnerstrasse und trampte gen Mannheim. Wo diese noch jungen Bekannten rund um Holle [Holger Klein], die Heinsteins usw. mich wirklich wärmstens aufnahmen und doch noch für einen extrem entspannten Volljährigkeitsabend sorgten.

Holger Klein:
Im Rückblick staune ich immer wieder, was in den Jahren 1992/93 in Mannheim/Heidelberg so alles los war. Das Wochenende fing donnerstags im Simplizissimus an, wo man morgens um fünf auf den Friedrichsring raus gestolpert ist, nachdem man dort zu den Funk-, Soul-, Jazz- und Hip Hop-Platten von King Kummi, Sir Scharfi und Nils Voth getanzt hatte. War insbesondere bei gutaussehenden Studentinnen beliebt. Freitags stand im Heidelberger Normal Psychokitsch mit D-Man, Seebase und tollen Gast-DJs wie Chez Damier auf dem Zettel. Leider musste ich im XS in Frankfurt auflegen und konnte dort meistens nicht hin. Samstags natürlich das Milk! Und danach die Breakbeat-/Happy-Hardcore-Afterhours mit Tobi und Jonathan – zuerst im Subway, später zogen die beiden ins Ohm um. Ab Sonntagnachmittag gab’s dann die Tea Dances von Raffaele Castelli, erst im Café am Markt und dann in diesem Fabrikloft in der Industriestaße. Für nicht wenige ging das alles nahtlos ineinander über.

Kapitel 4: Fancy Land: House für Gays and Girls

Bald trat die Inkarnation des geschmackvollen Paradiesvogels, Raffaele Castelli, auf die Bildfläche. Er war der Meister der aus Zwischennutzungsbauten glamourös-metropolitane Projektionsflächen für eine wundervolle Disko-Dekadenz schuf.

Bassface Sascha:
Da war ich nur ein einziges Mal. Der Vibe war fancy und die Musik recht vocallastig.

Gerd Janson:
Näher kam das Delta einem utopischen New York aus Strictly Rhythm und Eightball, der Sound Factory Bar und Little Louie Vega, den himmlischen Pianos von Rimini und einer Londoner Superclub-Ästhetik nie wieder.

Dress to impress wurde hier großgeschrieben, pfälzische Fußballspieler nahmen den globalen Trend der Metrosexualität um Lichtjahre vorweg und Boris Dlugosch war damals noch der am besten aussehenden deutsche House-DJ. Beautiful people, circle children ohne Kreis und MA-Lu wie es singt und lacht. Herrliche Provinzpossen! The House of Rhein-Neckar.

Hans Nieswandt:
Der Clubszene von Mannheim und Umgebung in den frühen 90-er Jahren werde ich auf ewig in liebevoller Erinnerung verbunden sein. Das Delta war ja meine alte Heimat, die ich mit acht Jahren verlassen musste, und es waren Mannheimer, die mich dann zwanzig Jahre später als erste zu DJ-Auswärtsspielen [ins Milk!] eingeladen haben. Zufall? Wohl kaum. Damals war ich jedenfalls Redakteur bei der Spex in Köln, und es fing gerade an so richtig loszugehen mit dem Auflegen, dem Reisen und dem Produzieren. Da ich in meinem 2002 erschienen Buch „plusminus acht – DJ Tage DJ Nächte“ genau dieser Zeit und diesem Delta einige Zeilen gewidmet habe, möchte ich diese an dieser Stelle zitieren:

„[…] in Ludwigshafen [wurde] ein ganz anderes Fass aufgemacht. Die Universe Fancy Dancers, eine nicht nur sexuell bunt gemischte Clique um den Impresario und Zirkusdirektor Raffaele Castelli, hatte sich auf sonntägliche Tea Dances kapriziert. Auf den Universe-Partys traf discopolitisch gesehen Rimini auf New York auf Rhein-Main: US-House, Italo-Drama und Pfälzer Frohsinn. So gesehen ziemlich neuartig und frisch für die Gegend. Einmal stieg der Fancy Dance sogar im Bad Dürkheimer Weinfass, unter dem Gogo-Motto „Weinkönigin“.

Zum Auflegen dorthin zu fahren glich dem Besuch bei lustigen, schrägen Verwandten, die jedes Wiedersehen besinnungslos feierten. Die Partys endeten grundsätzlich in Castellis bescheidenen Privatgemächern, in die sich die gesamte Fancy Crew, gut zwanzig Mädchen und Jungs, nach dem Club zurückzog. Im Hotel zu übernachten war praktisch verboten. „Alla, geh fott! Ihr schloft selbstverständlich in meinem Salong, odda?“

Die Dancers sollten ihre opulenten Kostüme sexy und mit Genuss vorführen können. Castelli forderte einen Sound, der vehement auftrumpfte. Die Beats wurden pumpender und discoider, die Hooks bombastischer. Das Tempo und die Intensität von House zog noch einmal kräftig an. Normale Songs mit normalem Gesang waren out, gefragt dagegen plakative, hysterische Slogans: „Come and take a trip! In my house! Muzik! Muzik! Muzik! X-X-X-X-X-Trava-Gaaanzaaaa! All over me! Let Yourself Go! Bitch Motherfucker Asshole!“ Es war die Stunde der Drag Queens auf den Podesten…“ [Aus: „Plus minus acht – DJ Tage, DJ Nächte“, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002]

Holger Klein:
Raffaele war ein genialer Partymacher und Gastgeber. Der Glamour, den er auf den Partys im Café am Markt, in dem Fabrik-Loft in der Industriestraße und im Ludwigshafener Loft inszenierte, war fantastisch. Sogar in der Bratröhre, diesem legendären Nutten-Hangout, waren wir mal mit einer Party zugange. Ich war von Anfang an regelmäßiger Gast bei Raffaeles Partys. Umso glücklicher war ich, als Sebastian und ich Anfang 1994 den Samstag im Loft übernehmen durften. War eine großartige Zeit, auch wenn wir irgendwann nicht mehr in das musikalische Konzept passten.

Kapitel 5: Into the 90s: Into the Jungle

In den frühen 90ern im Turboboost des sensationellen Milk!-Erfolgs reifte Drum’n’Bass zum Mannheimer Kulturexportschlager. Bassface Sascha, die Baseline Generation, Toby und Jonathan, Suck MD, E Decay und wie sie nicht alle heißen und hießen, waren die Träger der regionalen Klangmarke einer neuen Zeitrechnung der gebrochenen Beats. Von 1994 bis 1998 hatte sich der Peshay Beat als Sound, der unter allem lag, überall, in den hiesigen Hirnwindungen festgefressen.

Jungle+Fever+Germany+ +Flyer MA DERNISM: A NEW DECADE

Bassface Sascha:
Anfang 1993 war das XS in Frankfurt am Freitag die Heimat für Breakbeats. Holger “Groover“ Klein und ich spielten die angesagtesten Tracks von Happy Hardcore bis Dark und die ersten UK DJ’s wurden nach Frankfurt gebracht wie z.B. DJ Hype und Grooverider.

Davon ausgehend entstand dann die Idee im Dorian Grey eine Partyreihe namens “Euphoria” zu starten, die nicht nur UK Artists wie Peshay, Mickey Finn, DJ Hype, Randall, Slipmatt, Fabio, Bryan Gee, MC Magika, Stickmen und co. auf dem Flyer hatten, sondern auch Techno und House  Ikonen wie Sven Väth, Armand Van Helden, Marc Spoon, Carl Cox, Frank Lorber, Ata, Heiko M/S/O, Tanith, Jens Mahlstedt, Andi Duex, Joe Jam, D-Man, Cle, Hazel B., Laurent Garnier, Kid Paul, Hell, DT T, Boris Dlugosch, Daniel Klein, um nur mal ein paar ;) zu nennen.

Gerd Janson:
Als Bewohner eines Ortes der ziemlich genau zwischen Darmstadt und Heidelberg liegt, nutzte ich die A5 und A67 in jede Richtung aus.

Als das Milk! erste Ermüdungserscheinungen zeigte, kamen die Freitagsausflüge ins Frankfurter XS gerade recht. Zudem man dort nette Engländer und einen fantastischen LTJ Bukem einlud, lange bevor der zum Studentenfutter-DJ wurde. Musikalisch zusammengehalten von Groove Klein, Bassface Sascha und seinen Crossfader-Stunts sowie einer ominösen Gestalt namens Pussylover, die ihre House-Warm-Ups jedes Mal mit Erick Morillo’s „Toety“ beendete, was gleichzeitig der Waffenruf für den Stüssy-Hüpf-Tribe war. Fun, natural fun.

Holger Klein:
Ich liebte das XS zunächst sehr. Eine Zeitlang hatte ich das Gefühl, dass wir die Energie, die im Milk! zum Klischee zu werden drohte, dort wiedergefunden hatten. Doch aus dem Anything-Goes-Breakbeat-Sound wurde irgendwann Jungle, eine Musik die ich zwar toll fand, die mir mit all ihren Regeln aber zusehends fremd wurde. So war’s auch mit dem Publikum dort. Als ich im Frühjahr 1994 draußen war, fühlte ich mich erleichtert. Ich konnte sie irgendwann nicht mehr sehen, die Zipfelmützen-Typen und Kindchenschema-Mädchen. So wie am Ende auch im Milk! hatte ich das Gefühl, dass wir ein Monster geschaffen haben. Ich wollte jedenfalls nicht mehr dazu gehören. Und auch musikalisch war der Jungle-Sound ja nur noch mit sich selbst kombinierbar. Für mich war das nix mehr, auch wenn ich bis in die späten 90er Drum’n'Bass mit Begeisterung verfolgte.

Bassface Sascha:
Die Meditation in der Halle 101 in Speyer war dann die erste reine Jungle Veranstaltung nach englischem Vorbild.

Ihr folgten dann die “Future” initiiert von Olaf Lörz und Robin Ebinger, der mittlerweile bei Cosmopop arbeitet und unter anderem auch in Partys wie Time Warp und Hafenstrand involviert ist.

Jonas Gempp:
Mit 17/18 überredeten mein bester Freund Clemens und ich regelmäßig einen Jungle-affinen Führerscheinbesitzer und nahmen wir alle paar Monate den beschwerlichen Weg nach Mannheim auf uns, um die Helden von den Tapes live zu sehen. Vor allem DJ Hype und Stevie Hyper D waren unsere Götter. Gegen 20 Uhr tranken wir eine Kanne extrastarken Kaffee um wach zu bleiben, dessen nervöse Wirkung nach der einstündigen Autofahrt von Bad Homburg nach Mannhein natürlich längst verflogen war. Jeder von uns hatte einen Rucksack mit einem 2Literpack Eistee, ein Wechselshirt und ein paar Riegel gepackt. Der Weg zum MS Connexion kam uns bereits unglaublich surreal vor und das Herz raste bereits am Eingang, wenn wir uns den glatzköpfigen Securitymodulen näherten. Nach dem Einlass gingen wir sofort auf die Tanzfläche und tanzten, manchmal schüttelten wir aber auch den Kopf und sagten abgeschaute Sachen wie “Scheiss Darksidekram” und trauerten der “guten alten Breakbeatzeit” hinterher. Gegen 4-5 Uhr hatten wir die Beine solange fliegen lassen, dass wir völlig erschöpft zum Auto wankten und wieder nach Hause fuhren.

Kapitel 6: Der reale Postmodernismus: HD800

Auch Dirk Mantei, D-Man, zog es weiter. Vom Milk! zu neuen Projekten wie dem Psychokitsch im Normal oder dem Plattenladen Dubtools und schließlich dem HD800 im „kleinen“ Raum des MS Connexion und dann in der Industriestraße (beides sinnigerweise in Mannheim). Aus einem Namen, der (Dirk ganz Heidelberger Lokalpatriot) dem Stadtjubiläum der Romantischen Perle am Neckar und einem Sennheiser Kopfhörer Tribut zollte, wurde die Blaupause für eine postmodernistische abgespeckte, fast Bauhaus-haft puristische Karnation des Technoclubs, die sich heute allgemein und insbesondere in der Hauptstadt durchgesetzt hat.

Bassface Sascha:
[Da] war ich nur ca. zweimal. Hat mir gut gefallen, natürlich auch, weil Dirk [Mantei aka D-Man] seine “Milk!-Anlage” im Club installiert hatte.

Gerd Janson:
Wo ist die Milk!-Anlage eigentlich?
HD 800 im MS Connexion durfte ich nur einmal besuchen. Soundball spielte damals noch eines seiner fantastischen Techno-Sets, die Derrick May den Sambagroove und DJ Hell die Lässigkeit schuldeten. Außerdem: Großartiges Flyer-Artwork und Musik zwischen Sheffield, Berlins Basic Channel, Baby Ford, Acid Trax, Heidelberger House-Psychedelik und irgendwann auch den ersten Metro Area Platten. One of a kind, mit wenig anderem der damaligen Welt vergleichbar und der Spielplatz von D-Man, Move D, Nd Baumecker und dem treffsicheren Bouillabass. Far out space cadet sound.

Torsten Schmidt:
Gute Größe, noch bessere Anlage, Top-DJs und beste Clubshirts an leckeren Trägerinnen.

Holger Klein:
Mit dem HD 800 im MS Connexion hat Dirk konsequent seine Vision eines Clubs als schwarzem Loch umgesetzt. Fand ich super. Schwarze Wände, schwarzer Tanzboden und dann die Anlage aus dem Milk! Ich hatte mich immer gefreut, wenn er mich dorthin als DJ eingeladen hat. Für mich war das alte HD 800 der perfekte Technoclub, entsprechend viele Freitage hab ich dort verbracht. In der Zeit um 1995/96 war sonst auch nicht so viel los, an das man sich heute erinnern könnte. Denke ich an diese Jahre zurück, dann steh ich gedanklich wieder im HD 800. Oder mir kommen die Partys in der Wormser Fabrik, eine Künstlerkommune, in den Sinn. Dort legte damals Oliver „Soundball“ Rack öfter mal auf und begeisterte mich mit genialen Techno-Sets, wo wirklich jede Snaredrum und jedes Handclap genau am richtigen Platz war. Mit dem neuen HD 800 im Lagerhaus hatte Dirk dann den wohl schönsten Club eröffnet, den Mannheim jemals gesehen hat. Eine Schande, dass sein Wagemut von Anwohnerbeschwerden und einer unkooperativen Stadtverwaltung zerdeppert wurde.

Kapitel 7: Paperclipping People: Swirly, Groove und co

In den Zeiten vor Internet und Smartphone waren die einschlägigen Printfanzines die einzige Möglichkeit der überregionalen Kommunikation, Informationsbeschaffung und Vernetzung. Keine Region hat in den Neunzigern so viele „schreibende DJs“ (oder Schreiber mit Bookings wenn man so will) hervorgebracht, wie das Rhein-Neckar-Delta. Keiner dieser Journalisten (ob Hobby- oder Profi-) war auch nur im Ansatz verkopft, akademisch oder theoretisch. Das Mannheimer Stadtmagazin Meier versammelte unter anderem mit Gregor Dietz, Sebastian Dresel, Holger Klein, Gerd Janson und Oliver „Soundball“ Rack einen fleischgewordenen Think Tank, der auch für das Groove Magazin und andere Publikationen gerne konsultiert wurde. Befreundete Kulturschaffende wie Hans Nieswandt, Torsten Schmidt, Jan Yannick Elverfeld oder Christian C-Rock Rindermann fanden Geistesverwandte im Delta. Daraus wurden Freundschaften und gemeinsame Partys.

Holger Klein:
Noch bis in die frühen 90er hinein zog ich mir meine Informationen eigentlich in erster Linie aus englischen Magazinen wie i-D oder The Face. Einmal im Jahr war ich in London, wo ich mich mit irgendwelchen Fanzines eindeckte. Rückblickend unglaublich, wie hart man sich Infos erarbeiten musste. Außerdem freute ich mich jeden Monat auf die Sirius-Kolumne von Hans Nieswandt in der Spex.

Frontpage nahm ich natürlich wahr, aber für mich war das lange Zeit noch mit der Aura eines EBM- und Waver-Fanzines behaftet. Frontpage war in meiner Welt also der Inbegriff des Uncoolen. Irgendwann wurde daraus ja das Zentralorgan der ravenden Gesellschaft. Als erstes und oftmals einziges hab ich die Cityreports gelesen. Ungefähr dann, als das Frontpage farbig wurde, fand ich aber immerhin das abenteuerliche Layout schwer beeindruckend.

Die Groove lag mir damals deutlich näher, was aber primär daran lag, dass Frankfurt eben vor der Haustür war und die frühe Groove ja so ein Frankfurter Disco-Blatt ohne Ambitionen. Irgendwann kam Torsten Schmidt als Redakteur dazu, kurze Zeit später wurde er zum Chefredakteur. Und eines Tages im Jahre 1994 heuerte er mich als Schreiber an. Die Anbahnungsgespräche fanden irgendwann morgens im Dorian Gray, vermutlich auf einer Euphoria an Ostern oder so, statt, wir standen direkt vor der Bassbox und verstanden uns prächtig. Und so wurde aus der Groove nach und nach das inhaltlich beste Magazin für Raveberichterstattung. Wenn denn nur das Layout mit dem redaktionellen Teil mitgehalten hätte … War eine tolle Zeit mit genialen Typen wie Torsten Schmidt, Yannick Elverfeld, Daniel Hövel, Michael Kummermehr, Sebastian Dresel.

Torsten Schmidt:
[Die Groove als] amüsant umgedeutetes Missverständnis. Bootcamp für eine im Nachhinein prima popkulturelle Kraftstoffzelle und Paradefall, wie ein Magazin qua Inhalt und Form auch gegen jede Unfähigkeit der Geschäftsführung ein Erfolg werden kann. Aber spätestens, als auf eine Stellenanzeige für neue Redakteure unter 200+ Bewerbern nur der – damals noch nicht zum Bergsträßler Kulturvereinsvorsitzende und Vinylmogul aufgestiegene – Gerd [Janson] hängenblieb, war klar, dass Frankfurt und dieses Medium keinen Nährboden für Vorwärtsdenken mehr bot.

Bassface Sascha:
Die Frontpage war für mich die erste ernstzunehmende Szene Zeitschrift für elektronische Musik und die damit verbundene Kultur. Ich habe zum ersten Mal 1990 eine Ausgabe in den Fingern gehabt. Das Groove Magazin, war für mich immer ein Frankfurter Magazin, bis es 2004 glaube ich nach Berlin zog.

Immer recht nah an der Szene im speziellen natürlich an der Frankfurter. de.BUG, die ja aus der Frontpage heraus entstanden ist fand ich persönlich immer etwas zu gewollt elitär, aber vielleicht war oder ist das auch nur mein subjektiver Eindruck.

Die Raveline fand ich persönlich zu prollig, als sie damals angefangen hat, ob sich das mittlerweile gebessert hat entzieht sich meinem Wissen, da ich sie seit ihrer Anfangsphase nicht mehr gelesen habe.”

Gerd Janson:
Ich hab immer nur Swirly gelesen. Besonders gern Holger Kleins Interview mit Dr. Chez Damier. Jeden Abend vor dem Schlafen gehen.

Holger Klein:
Ungefähr zur selben Zeit, als ich bei der Groove anfing, gründeten Sam Oath und Gianni Macario das Swirly, das wohl erste DIN A 6-Fanzine für die Hosentasche, dem später so tumbe Raverheftchen wie Partysan oder Subculture folgten. Swirly hatte großartige Fotos, ein tolles Layout, Modestrecken, gegen die Konkurrenzmagazine alt aussahen und eine enthusiastische Redaktion, die nur aus Freunden bestand. Und ich durfte ein Teil dieses Abenteuers sein und die gebotenen Freiräume nutzen.

Gerd Janson:
Ganz vergessen: Mein angelesenes Musikwissen besteht zu gleichen Teilen aus Artikeln, Reviews und Pamphleten folgender Gestalten: Torsten Schmidt, Holger Klein, Michael Kummermehr, Hans Nieswandt und Jan „Yannick“ Elverfeld. Spex und Groove zu lesen oder Episoden wie Size und House Attack waren Abenteuer und Genuß zugleich. WWW can’t compare.

Kapitel 8: A Basement, a red light and a feeling: die Boogiebar

Holger Klein:
Ab spätestens 1996 war die Ravegeschichte am Ende, eine Karikatur ihrer selbst. Nach zig Drecks-Raves und dem zur Dauerstarre verkommenen Sich-selbst-Feierns der ravenden Gesellschaft um die Frontpage-Low-Spirit-Camel-Air-Rave-Blase wollte man mit dem ganzen Kram nix mehr zu tun haben. Ich selbst verdingte mich in zumeist schlechten Clubs und auf miesen Raves. Verdient hatte ich gegen Mitte der 90er zwar ein Vielfaches mehr als in den Jahren zuvor, aber ich hatte ständig das Gefühl am falschen Ort zu sein. Angebrochen war die Zeit der um die Welt reisenden DJs. Irgendwelche eigentlich geschätzten Ami-DJs kassierten Mega-Gagen und hatten in ihren Plattenkisten aber doch nur Mist. Dafür hinterließen sie gerne mal gigantische Telefonrechnungen im Hotel. Wie man es auch drehte und wendete, Techno schien als Kultur ziemlich untot zu sein. Ich wollte da nicht dazu gehören und interessierte mich mehr und mehr wieder für andere Musik, nicht zuletzt Hip Hop. Sebastian ging das genauso. Und so redeten wir wieder und wieder über den Club unserer Träume, oftmals stundenlang. Wir wollten weg von dem Gast-DJ-Irrsinn, weg von den Programmankündigungen in irgendwelchen Magazinen, weg von all dem Rave-Ballast und doch wieder zurück zu den Ursprüngen. Auch ein zweiter Floor, auf dem eben gerade kein House oder Techno gespielt wurde, war auf unserem Wunschzettel. Ende 1996 oder Anfang 1997 hatte Sebastian mit dem Lagerhaus plötzlich einen Club gefunden, einen Laden, der einen frischen, von der Vergangenheit unbelasteten Neuanfang möglich machte. Und das Tolle war: Sebastian machte mit der Boogiebar aus dem Club unserer Träume eine fast noch bessere Wirklichkeit.

Bassface Sascha:
[Da] war ich auch nur einmal und fand‘s toll, gute Stimmung, gute Musik…Big Up Sebastian [Dresel].

Gerd Janson:
Drecksladen!

Holger Klein:
Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich an die bereits endlos lange Schlange denke, die sich gegen [23] Uhr vor der Lagerhaustür bildete. Die Leute, die kamen, kamen eben nicht allein aus irgendeiner House- oder Techno-Szene. Sie kamen aus den unterschiedlichsten Ecken und Szenen. Oben entertainten [Torsten] Stöpsel Schmidt und Kummi im larger-than-life-Style mit Musik zwischen Drum’n'Bass, Hip Hop, Pop und keine Ahnung was. Unten im Keller pumpten Sebastian und ich ideologiefrei einen Sound zwischen Deep House, Techno, UK Garage und Electro. Gast-DJs hatten wir praktisch nie, und wenn dann waren das Freunde wie Hoppel oder Hans Nieswandt. Die Boogiebar stand für sich, die DJ-Namen zählten nicht. Wer keine Einladung hatte, blieb oftmals draußen vor. Und der nächste Boogiebar-Termin war eigentlich immer Stadtgespräch.

Torsten Schmidt:
Beste Ausrede ever, um weltweite Vinylraubritterzüge zu starten, und sich nach 8+ Hours Sets drei Bandscheibenschäden abzuholen. Oder lag’s doch an den massiven 7“-Mittelstücken, die Stammgast Gerd Janson dankenswerterweise seinen Dad hat drehen lassen? The true Birthplace of Schweinsigeln und erstes (Ame-)Break für den profiliertesten Türsteherproduzenten aller Zeiten.

Yes,%20Ame%20were%20three%20people%20before%20they%20became%20famous%20%28Mannheim%201997%29 MA DERNISM: A NEW DECADE

Epilog:
Viel hat sich seit den oben beschriebenen Jahren getan. gerade in Mannheim. Techno (als Sammelbegriff für Clubkultur) wurde zur Chefsache und staatlichen Versorgungsaufgabe erklärt. Mit der Time Warp und dem Jetztmusikfestival konnten Veranstaltungen in Mannheim etabliert und gehalten werden, die im Rest der Republik ihresgleichen suchen. In Mannheim und Heidelberg finden sich interessante Labels, Clubs und Aktivisten.

Bassface Sascha:
Im Moment gibt es [unter anderem folgende Clubs]: das MS Connexion für alle Spielarten elektronischer Musik in Mannheim, das Zimmer für House, Elektro und Techno in Mannheim, Halle 02 in Heidelberg für grössere und kleinere Events, das Coccon in Ffm,  Monza in Ffm, Robert Johnson in Offenbach.

Gerd Janson:
Verwehter Pioniergeist oder sausende Wehmut hin und her. These are the good times! In Mannheim und Heidelberg könnte diese Uhr aber ruhig etwas öfter ticken.

True People

Bassface Sascha (Sascha Dürk) – aus Frankenthal. DJ im Milk! Er ist einer der profiliertesten Drum’n‘Bass Djs und Produzenten Deutschlands.

Dirk Mantei (D-Man) – aus Heidelberg. “Catalyst figure in the 1990s techno scene of Southern Germany, with a studio and socializing spot in his parent’s bakery” (Discogs). Aktivist der ersten Stunde. Legendärer Geschäftsführer des Milk! Impressario vom Psychokitsch im Normal. Gründer des Dubtools und des HD 800.

Gerd Janson – aus Lorsch, Labelbetreiber (Running Back), jedes Wochenende in der Weltgeschichte unterwegs (als DJ)

Hans Nieswandt – ursprünglich aus Mannheim, ist laut Wikipedia „DJ, Musikproduzent und Buchautor aus Köln.“

Holger Klein (Groover Klein) – aus Mannheim. War DJ in den Clubs Genesis, Milk!, XS, Loft und Boogiebar. Arbeitet heute als Labelmanager beim Musikvertrieb Groove Attack/Rough Trade Distribution in Köln.

Jonas Gempp – aus Bad Homburg bei Frankfurt – lebt jetzt in Berlin und gibt das HATE Magazin raus.

Kristian Beyer – aus Ladenburg. Jetzt Berlin. Inhaber des Weg weisenden Labels Innervisions. Gemeinsam mit Frank Wiedemann Ame, einer der erfolgreichsten Underground House Duos der letzten 10 Jahre.

Torsten Schmidt – aus Thalfang am Erbeskopf im Hunsrück. Früher leitende Redakteurpositionen bei Spex und Groove. Co-Founder der Red Bull Music Academy. Co-Comedian in der Boogiebar. Kontextkünstler/Sprachkryptiker. Lebt heute in Köln.

Nachwort
Dieser Text erschien erstmalig im Oktober 2011 auf www.technoimdelta.de. Da er nach unserer arroganten Meinung auch einen gebührenden Kontext verdient hat, und neben/über/unter sich keine anderen Texte dulden muss, hier nochmal für unser erlesenenes (deutschsprachiges) Publikum. Wir haben ohnehin alle Rechte – und immer recht.

Dank gebührt Hans Nieswandt und dem Verlag Kiepenheuer & Witsch für die hier auszugsweise verwendeten Textpassagen aus Hans Nieswandts Buch 
„Plus minus acht – DJ Tage DJ Nächte“ (ISBN: 978-3-462-03096-9); Dank gebührt vor allen Holger Klein, der Originalzitate von Dirk Mantei und Kristian Beyer zur Verfügung gestellt hat, die auf Recherchen für seinen Artikel „Clublegenden: Milk“ aus dem Groove Magazin, Ausgabe Januar/Februar 2007 beruhen. Dank gebührt schließlich allen anderen, die sich zu Wort gemeldet und zu diesem Text beigetragen haben.

Für Gregor.

Oktober, Berlin 2011,

Der Chronist

The D*ruffalo Modwatch

October 28, 2011
by Druffalo
Hamburg, Mods, Thorsten Jeß
1 Comment

Wild in den Strassen – Mods

Good times!

VIER OF MUSIC presents: Horny – The Rebirth of Cool Filth (updated)

October 25, 2011
by Druffalo
Vier of Music, VOM
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11653 193770323131 722328131 4014583 2663003 n VIER OF MUSIC presents: Horny   The Rebirth of Cool Filth (updated)

Remember? Back in the days? In Gustl’s basement? Crystal clear sound system, wine, Women and Wickedness? No, we neither. But, nevertheless, we do it again.
If you are into that Berlin mix of art venue, music mixed with alcohol and hot people… this is the second best thing next to mIo or rio or ronny james dio.

This time: VIP ONLY! (no riff raff, no Torstrassenpeople, no Charlottenburger)

With: KK, Heiko Zwirner, Jonas Gempp and a surprise guest.

HBC, Berlin, Thursday, 27 October 2011, 9pm

music policy is: horny.

—————————————————————-
Update.
We urge you to come as we got this email from our promoter:

Das .hbc ist ein bisschen größer als das PLP und ich habe euch eigentlich nicht wegen eurer doofen Musik gebucht, sondern dass ihr Gelegenheit habt auch mal im Mittelpunkt zu stehen, von wegen Midlifecrisis und so.

[...]

Dass es euch nach etwas vier Wochen gelungen ist, [Editor 2] als Follower zu gewinnen, ist jetzt auch nicht so dermaßen geil.
Nur mit drei Postings und drei halbgaren Insiderwitzen kommen wir jedenfalls nicht so weit.

Ich hab mein Handy verloren, falls ihr versucht mich zu erreichen, also per maiil.

Macht mir keine Schande, alle für einen, Vier of Music.

Euer [...]

The D*ruffalo Artwatch

October 19, 2011
by Druffalo
Alan D. Oldham, Berlin
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violenceposter 744x1024 The D*ruffalo Artwatch

D*ruffalo loves Alan Oldham

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